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Carlos Arrufat
Windhausen 1
D-51588 Nümbrecht

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Carlos Arrufat
Windhausen 1
D-51588 Nümbrecht

Verkehrssicherheit & CODIT
Tree Safety & CODIT

Stand- und Bruchsicherheit

Durch die regelmäßigen Rückschnitte bleibt das Verhältnis von Höhe zu Stammdurchmesser (H/D-Verhältnis) dauerhaft deutlich günstiger als bei frei gewachsenen Bäumen. Während linear gewachsene Bäume immer höhere und schwerere Kronen entwickeln, bleibt der Stamm- und Wurzelkörper des Kopfbaums im Verhältnis überdimensioniert.

Dadurch entstehen:
• geringere Windlasten
• geringere Hebelkräfte
• und eine insgesamt höhere Stand- und Bruchsicherheit

Der Kopfbaum bleibt damit statisch kontrollierbarer als ein vergleichbar großer frei gewachsener Baum.

Structural Stability

Through regular pruning, the ratio between height and stem diameter (H/D ratio) remains permanently far more favorable than in freely grown trees.

While linearly managed trees continuously develop taller and heavier crowns, the stem and root structure of a pollarded tree remains proportionally oversized.

This results in:
lower wind loads
lower leverage forces
and overall greater structural stability

As a result, the pollarded tree remains structurally more controllable than a comparably large freely grown tree.

Reiterate, Kronendynamik und Totholz

Die jungen Reiterate besitzen zunächst ein ungünstigeres H/D-Verhältnis: Sie sind lang, dünn und stark wachsend.

Gleichzeitig stabilisieren sich die zahlreichen Triebe jedoch gegenseitig – ähnlich wie in einem jungen Wald. Erst mit zunehmendem Alter und steigender Verdickung entstehen stärkere Druck- und Konkurrenzsituationen innerhalb der Krone.

Das Einwachsen von Rinde wird deshalb meist erst nach längeren Zeiträumen problematisch. In funktionierenden Kopfbaumsystemen sollte der nächste Umtrieb jedoch längst vorher erfolgen.

Ähnliche Verhältnisse zeigen sich bei der Totholzbildung. Die vielen in Konkurrenz stehenden Reiterate unterliegen ebenfalls einer natürlichen Astreinigung.

Ein erster starker Schub findet in den ersten zwei bis drei Jahren statt und betrifft vor allem sehr schwache Reiterate, die meist deutlich dünner als 30 mm sind und deshalb nicht als relevantes Totholz gelten.

Erst nach Jahren fallen weitere, dann auch dickere Reiterate der Astreinigung zum Opfer. Bis dahin sollte jedoch die nächste Ernte erfolgt sein.

Reiterates, Crown Dynamics and Deadwood

Young reiterates initially possess an unfavorable H/D ratio: they are long, slender, and strongly growing.

At the same time, the numerous shoots stabilize each other — similar to the dynamics within a young forest. Only with increasing age and secondary thickening do stronger pressure and competition situations develop within the crown.

Bark inclusion therefore usually becomes problematic only after longer periods of time. In functioning pollard systems, however, the next rotation should already have taken place long before this occurs.

Similar dynamics can be observed in deadwood formation. The many competing reiterates are likewise subject to natural self-pruning.

A first strong wave of self-pruning typically occurs within the first two to three years and mainly affects very weak reiterates, which are usually significantly thinner than 30 mm and therefore are not considered relevant deadwood.

Only after several years do additional and progressively thicker reiterates become subject to self-pruning. By that point, however, the next harvest should already have taken place.


CODIT und Fäule

Jeder Rückschnitt erzeugt Wunden und damit potenzielle Eintrittspunkte für holzzersetzende Pilze.

Bäume reagieren darauf mit Kompartimentierung (CODIT – Compartmentalization of Damage in Trees). Dabei werden verletzte Bereiche räumlich abgeschottet, um die Ausbreitung von Fäule zu begrenzen.

Bäume sind seit über 200 Millionen Jahren an wiederkehrende Störungen im Kronenraum angepasst – und damit auch an Verletzungen, Wunden und Fäuleprozesse.

Kopfbäumschnitte machen sich genau diese Fähigkeit zunutze: Fäule räumlich zu begrenzen und gleichzeitig neue Leitungs- und Tragstrukturen aufzubauen.


CODIT and Decay

Every pruning cut creates wounds and therefore potential entry points for wood-decaying fungi.

Trees respond through compartmentalization (CODIT – Compartmentalization of Damage in Trees). Injured areas are spatially isolated in order to limit the spread of decay.

Trees have been adapted to recurring disturbances within the crown for more than 200 million years — and therefore also to injuries, wounds, and decay processes.

Pollarding makes deliberate use of exactly this ability: to spatially contain decay while simultaneously building new vascular and structural support systems.

Schnittfehler und Fehlentwicklungen

Probleme entstehen vor allem dann, wenn die grundlegende Schnittarchitektur des Kopfbaums gestört wird.

Kopfverletzungen

Wird der eigentliche Kopfbereich verletzt, können bestehende Barrierezonen zerstört werden. Dadurch kann sich Fäule deutlich leichter im Kopf und letztendlich in der darunterliegenden Ast- oder Stammbasis ausbreiten.

Pseudokopf

Bleiben viele längere Stummel oder Zweige erhalten, fragmentiert der scheinbare Einzelkopf zunehmend in mehrere miteinander verschlungene Teilköpfe. Gleichzeitig verlängert sich der Kopf von Schnittmaßnahme zu Schnittmaßnahme.

Diese Strukturen stehen langfristig in Konkurrenz zueinander. Sterben einzelne Fragmente ab, entstehen Eintrittspunkte für Fäule, die sich bis in die Ast- und Stammbasis ausbreiten können.

Ringkopf („Mönchs-Tonsur)

Zu lange Umtriebszeiten oder sehr große Schnittwunden können dazu führen, dass sich neue Reiterate nur noch peripher am Rand des Kopfes bilden.

Dadurch entsteht eine ringförmige Struktur, während der innere Bereich nicht mehr vollständig überwallt wird. Langfristig kann sich Fäule dadurch zunehmend in Richtung Stammbasis ausbreiten.

Gleichzeitig erzeugt die Ringstruktur weiterhin vergleichsweise gut angebundene Reiterate und bleibt deshalb statisch oft günstiger als ein fragmentierter Pseudokopf.


Pruning Errors and Structural Failure Patterns

Problems arise primarily when the fundamental pruning architecture of the pollard is disrupted.

Head Injuries

If the actual pollard head is damaged, existing barrier zones may be destroyed. As a result, decay can spread much more easily within the head and ultimately into the underlying branch or stem base.

Pseudo-Head

If many longer stubs or branches remain, the apparent single head increasingly fragments into multiple intertwined partial heads. At the same time, the pollard head elongates from one pruning cycle to the next.

Over the long term, these structures enter into competition with one another. When individual fragments die back, new entry points for decay arise, allowing decay to spread into the branch and stem base.

Ring-Head (Monks Tonsure”)

Excessively long rotation lengths or very large pruning wounds can cause new reiterates to develop only peripherally around the outer edge of the pollard head.

This creates a ring-shaped structure, while the inner area is no longer fully occluded. Over time, decay can therefore increasingly spread toward the stem base.

At the same time, the ring structure continues to produce comparatively well-attached reiterates and therefore often remains structurally more stable than a fragmented pseudo-head.